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Lifestyle

Über Hormone, die Pille, Stimmungsschwankungen, Panikattacken & die schlimmsten Kopfschmerzen meines Lebens

Eins vorab: ich bin kein Arzt, habe keine medizinische Ausbildung und berichte hier einzig und alleine von meinen Erfahrungen und äußere meine Meinung zum Thema Hormone einnehmen.

Wie das vermutlich jeder so aus seiner Teeniezeit kennt, kommt früher oder später DER TAG. Der Tag, an dem man zum allererste Mal zum Frauenarzt, geht. Man ist total aufgeregt, weiß nicht so genau was jetzt passiert und vertraut natürlich auf die Worte seines Arztes oder seiner Ärztin. Ich kann mich noch recht genau an den Tag erinnern – ich glaube ich war 14 oder 15 als eine Freundin und ich beschlossen haben gemeinsam zum Frauenarzt zu gehen, um uns die Pille verschreiben zu lassen. Der Besuch verlief recht unproblematisch. Wir wurden beide untersucht, hatten danach ein kurzes Gespräch mit dem Arzt, bei dem uns gesagt wurde, dass man ab jetzt die Pille nehmen darf – wir fühlten uns ja sooo erwachsen ;-). Über Nebenwirkungen wurde weniger geredet – vielleicht ein bisschen aber meiner Meinung nach viel zu wenig.

Eigentlich bin ich mit der Pille immer ganz gut klargekommen und die Betonung liegt auf EIGENTLICH. Das Schlimmste daran war, dass ich die ganzen Nebenwirkungen gar nicht so richtig wahrgenommen habe bzw. niemals gedacht hätte, dass die Pille daran Schuld sein könnte. Sie begleitete mich schließlich so viele Jahre und mir ging es doch immer so gut. Nach und nach kamen aber immer mehr Probleme zum Vorschein. Ich hatte Kopfschmerzen, was für mich super untypisch war, denn ich litt eigentlich nie unter Kopfschmerzen. Außerdem war ich super launisch, was ich mir aber natürlich durch die Pubertät erklärt habe. Alle Teenies sind schließlich launisch. Irgendwann kamen sogar Panikattacken dazu. Ich habe unter anderem eine Art Platzangst entwickelt, die sich vor allem in Clubs gezeigt hat. Mit Panikattacken ist echt nicht zu spaßen. Sie äußern sich bei jedem anders, in meinem Fall war es so, dass ich super oft das Gefühl hatte keine Luft mehr zu bekommen und man hat in solchen Momenten wirklich Todesangst. Ich kann zu dem Thema auch gerne noch einen eigenen Blogpost schreiben, wenn euch das Thema interessiert, weil ich darüber vermutlich Stunden schreiben könnte und es hier ja in erster Linie um die Pille gehen soll. Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

Mit Anfang 20 habe ich dann immer mehr über die Nebenwirkungen der Pille gelesen und bin somit auf den NuvaRing gestoßen, bei dem die Hormonbelastung ja anscheinend nicht ganz so stark ist und der Körper nicht so darunter leiden soll – Also habe ich mich kurzerhand entschlossen von der Pille auf den Ring umzusteigen. Meine Probleme haben sich damit aber nicht gelöst, sondern wurden sogar eher noch schlimmer. Auch zu diesem Zeitpunkt habe ich all diese Dinge aber nicht auf die Hormone geschoben, sondern dachte einfach, dass ich aufgrund des Wetters, zu wenig Flüssigkeit oder durch anderen Faktoren Kopfschmerzen habe. Die Panikattacken habe ich auf private Dinge geschoben und meine Stimmungsschwankungen waren halt einfach „normal“ für mich. Naja, dachte ich…

Mit 25 wurden meine Kopfschmerzen dann eines Tages so schlimm, dass ich verschiedene Ärzte aufgesucht habe. Neurologe, Orthopäde – Kernspintomographie, Blutabnahme – das volle Programm. Ich habe mich komplett durchchecken lassen und natürlich wurde nichts gefunden, was solch starke und dauerhaft anhaltende Kopfschmerzen begründen. Ich hatte ganze 5 Wochen am Stück starke Kopfschmerzen und musste 2x am Tag eine verschreibungspflichtige Ibu (800er) nehmen, um dem Tag irgendwie zu überstehen. Manchmal bin ich sogar mitten in der Nacht von den starken Schmerzen aufgewacht, konnte nur im Sitzen schlafen und musste in der Nacht noch eine 3. Tablette nehmen. Horror sag ich euch – vor allem, wenn dir keiner helfen kann. Ich habe natürlich auch irgendwann angefangen selbst im Internet zu recherchieren (auch wenn man das im Normalfall niemals machen sollte, weil ihr dann sowieso immer die schlimmste Krankheit habt). In meinem Fall hätte zum Beispiel alles für einen Hirntumor gesprochen, weil meine Schmerzen im Liegen noch mal deutlich schlimmer wurden. Da ich ja aber einen kompletten Check beim Arzt hinter mir hatte, habe ich mich dadurch nicht wirklich verrückt machen lassen. Irgendwann habe ich dann auch gelesen, dass gewisse Medikamente für starke Kopfschmerzen verantwortlich sein können. Im ersten Moment dachte ich mir dann, dass ich ja gar keine Medikamente regelmäßig einnehme außer die Schmerztabletten, die ich aber nur aufgrund der Kopfschmerzen nehme. Der Ring war für mich irgendwie schon gar kein richtiges Medikament mehr – genauso wenig wie die Pille. Mein 2. Gedanke hat mich dann aber trotzdem auf die Hormonbombe gebracht, woraufhin ich kurzer Hand entschlossen habe den Ring nicht mehr einzusetzen. Ich sollte dazu sagen, dass man dies eigenverantwortlich nicht einfach zwischendrin machen sollte, allerdings war ich durch diese ganzen Schmerzen so verzweifelt, dass es mir zu diesem Zeitpunkt einfach egal war. Ich habe zwar nicht wirklich daran geglaubt, dass es tatsächlich am Ring liegt, weil ich ja schließlich länger als 10 Jahre „gut“ mit meinen Hormonen klar gekommen bin aber ich wollte alles versuchen, um diese Schmerzen loszuwerden. Was danach passiert ist, hat meine komplette Sichtweise auf jegliche Hormon-Präparate verändert. Ich betone hier noch mal, dass ich vorher absolut kein Gegner der Pille oder des Ringes war, weil ich wie schon gesagt nie Probleme damit hatte (dachte ich).

Nur 2 Tage später waren meine Kopfschmerzen bereits deutlich besser. Mir hat eine Ibu am Tag gereicht und ich konnte wieder durchschlafen. 3 Wochen später hatte ich gar keine Schmerzen mehr. Mein Kopf fühlte sich auch irgendwie viel „klarer“ an – schwer zu erklären. Nicht nur die Kopfschmerzen haben sich mit dem Absetzen des Rings erledigt, sondern auch meine Stimmung wurde viel besser. Ich war teilweise von mir selbst erstaunt wie gelassen ich in gewissen Situationen geblieben bin. Auch die Panikattacken waren zu 100% weg. All meine Probleme haben sich quasi mit dem Absetzen des Ringes von „heute auf morgen“ von alleine gelöst. Selbst Probleme, die ich vorher gar nicht wahrgenommen habe, weil ich einfach dachte, dass das ICH bin (Stimmungsschwankungen). Mittlerweile lebe ich seit mehr als 2 Jahren hormonfrei und würde niemals wieder mit Hormonen verhüten.

Keine Pille, kein Ring,… was nun?

Ich habe kurze Zeit später einen Frauenarzt besucht und ihm meine ganze Story erzählt. Ihr glaubt nicht was er mir als Alternative vorgeschlagen hat: Die Hormon- oder die Kupferspirale. Bei der Hormonspirale hätten ja die Frauen, die die Pille nicht vertragen, keine Probleme mehr, hat er gesagt…

Was soll ich sagen, ich war danach natürlich nie wieder bei diesem Arzt und habe lieber selbst recherchiert und bin so auf Caya gestoßen (Werbung aber 100% selbst bezahlt). Caya ist ein „neuartiges“ Diaphragma. Ich weiß, dass sich das im ersten Moment ziemlich beschissen anhört und ich sage auch gar nicht, dass es die ideale Lösung ist aber für mich aktuell definitiv die einzige Lösung. Es soll recht sicher sein aber wie bei allen Verhütungsmethoden gibt es auch hier keine 100%-ige Garantie. Bei mir klappt es jetzt seit mehr als 2 Jahren und wie ihr sehen könnt, wurde ich bisher nicht schwanger 🙂 Es hilft aber auch, wenn man seinen Zyklus im Auge behält, denn dann weiß man sowieso grob wann man gerade fruchtbar ist und wann nicht. Wie ihr seht, habe ich also auch keine Wunderlösung für euch parat und wenn ihr eine noch bessere Lösung kennt, sagt mir gerne Bescheid oder kommentiert es hier unter den Beitrag, damit alle was davon haben 🙂 

Die Kupferspirale kam übrigens für mich ebenfalls nicht in Frage, weil ich

1. absolut Nichts dauerhaft „in mir haben“ möchte und

2. auch hierzu habe ich schon ein paar Horrorgeschichten gehört. Zudem kann es unter Umständen sein, dass man davon eine sehr lange und starke Blutung bekommt. Ich denke einfach, dass man immer noch am besten fährt, wenn man gar nichts einnimmt.

Man hat neben Caya auch immer noch die Möglichkeit Kondome zu verwenden, was man ohnehin tun sollte, wenn man keinen festen Partner hat, da man sich nur so vor schlimmen Geschlechtskrankheiten schützen kann. David steht zu 100% hinter meiner Entscheidung und empfindet Caya auch nicht als Störend. Das Einführen ist mit ein wenig Übung auch super easy – Man kann es mit dem Einführen eines Tampons vergleichen. Es gibt online auch Videos dazu. 

Solltet ihr einen Freund haben, der euch dazu drängt weiterhin die Pille zu nehmen, schießt ihn bitte auf den Mond. Ein Mann, der verlangt, dass sich seine Frau oder Freundin Hormone zuführt, ist in meinen Augen ein Egoist oder einfach nur dumm bzw. nicht gut informiert. Mädels, denkt bitte immer daran, dass es EUER Körper ist und ihr NUR DIESEN EINEN KÖRPER HABT! Kein Mann der Welt sollte über EUREN KÖRPER entscheiden, weshalb ihr euch auch bitte nicht beeinflussen lassen solltet. Wie schon am Anfang gesagt, ist das MEINE ganz persönliche Erfahrung. Ich möchte hier niemanden dazu drängen die Pille abzusetzen. Mir hätte damals ein solcher Post aber vielleicht etwas früher die Augen geöffnet und ich hätte mehr auf die Signale meines Körpers geachtet. Wenn ihr gut damit klarkommt und keine negativen Veränderungen feststellen könnt, habt ihr vielleicht Glück 🙂 Ich will mit diesem Beitrag einfach nur erreichen, dass sich jeder mit dem Thema auseinandersetzt und sich vielleicht auch mal selbst informiert. 

Wenn ihr noch Fragen zum Thema habt, hinterlasst mir gerne einen Kommentar oder schreibt mir auf Instagram. 

Vielen Dank fürs Lesen.

xx

Anni

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